Musik als Botschaft: Im Gedenken grenzenlos!

Deutsch-Tschechisches EUCHESTRA EGRENSIS spielt symphonisches Gedenkkonzert in Bad Elster & Karlovy Vary

veröffentlicht am 5. November 2018 14:19 Uhr

Bad Elster/CP. Am Freitag, den 9. November lädt das deutsch-tschechische EUCHESTRA EGRENSIS um 19.30 Uhr im König Albert Theater Bad Elster zu einem besonderen Symphoniekonzert an einem besonderen Tag mit historischer Bedeutung ein. Unter dem Titel „Im Gedenken grenzenlos“ findet das Konzert im Gedenken an den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht und dem 100. Jahrestag der Beendigung des 1. Weltkrieges statt.

Das Karlsbader Sinfonieorchester und die Chursächsische Philharmonie musizieren dabei gemeinsam unter der Leitung des israelischen Dirigenten Amos Talmon mit grenzenloser Musik aus dem Herzen Europas. Einen Tag zuvor, am 8. November, findet das Konzert bereits um 19.30 Uhr im imposanten Konzertsaal des Bäderarchitekturensembles SPA III im Herzen des Weltbades Karlovy Vary statt.

„Es ist uns in Bad Elster immer ein Anliegen, besondere historische Ereignisse entsprechend kulturell zu spiegeln“ erklärt GMD Florian Merz als Geschäftsführender Intendant der initiativgebenden Chursächsischen Philharmonie Bad Elster und ergänzt: „Damit möchten wir hier im ganzjährigen Spielplan der Kultur- und Festspielstadt durch eine lebendig inszenierte Erinnerungskultur versuchen, vor dem Hintergrund der Geschichte neue Geschichten zu erzählen, die Jubiläen feiern, Denkanstöße geben oder eben zum Gedenken anregen.“

Neben der »Fanfare to Israel« von Paul Ben-Haim aus dem Jahre 1949 werden mit passenden, deutsch-tschechischen Meisterwerken diesen historischen Daten gedacht: Es erklingt das weltberühmte Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 1 f-Moll op. 73 von Carl Maria von Weber, welches der Komponist dem damaligen Klarinettenstar Joseph Heinrich Bärmann widmete, der dieses Werk auch als erster 1811 uraufgeführt hat. Begleitet wird das Orchester von dem renommierten Klarinettisten Lukáą Böhm aus dem tschechischen Karlovy Vary. Mit Antonín Dvořáks Symphonie Nr. 7 d-Moll op. 70 erklingt im zweiten Teil des Gedenkkonzerts ein Gipfelpunkt des symphonischen Schaffens des großen Komponisten. Denn die Symphonie Nr. 7 stellt den Beginn seiner bedeutenden, großen Werke 7, 8 und 9 dar, die bis heute weltweit Beachtung finden. „Damit greift dieses Gedenkkonzert an einem so besonderen Tag wie dem 9. November künstlerisch die historischen Ereignisse auf und weckt damit im besten Fall ein stückweit Bewusstsein und Sensibilität, gerade jetzt, im Heute“ verdeutlicht Merz und fügt hinzu: „Das wir dazu mit Amos Talmon einen israelischen Gastdirigenten in die europäische Bäderregion einladen konnten, verstärkt diesen Ansatz ganz besonders vor dem Hintergrund aktueller antisemitischer Vorfälle und setzt damit auch ganz klar ein künstlerisches Zeichen, was keiner weiteren Erklärungen bedarf.“

Gastdirigent Amos Talmon begann seine Karriere als Leiter von Israels besten Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Israel Symphony Orchestra Rishon Lezion und dem Jerusalem Radio Symphony Orchestra. Im Jahr 2000 gründete Talmon die Music Angels Herzliya Foundation mit dem Ziel, junge israelische Solisten zu unterstützen. Seitdem arbeitet er auch international mit zahlreichen Orchestern, u.a. mit Orchester Sinfonica d'Italia, der Philharmonie Posen, der Philharmonie Breslau, dem Symphonieorchester Zürich, dem Symphonieorchester Peking oder der Slowakischen Philharmonie Bratislava.

Der Einführungsvortrag zum Konzert in Bad Elster findet um 18.45 Uhr im König Albert Theater statt.