General, Probe & Musik!

Ein kurzes Probengespräch mit GMD Florian Merz

veröffentlicht am 23. Juni 2022 08:37 Uhr

Bad Elster/CVG. Im Zuge der derzeitigen Probearbeiten vor dem Geburtstagskonzert »Chursachsen in Fest & Spiel« zu 20 Jahren Chursächsische Veranstaltungs GmbH am Freitag, den 24. Juni haben wir den Dirigenten, GMD Florian Merz, kurz zum Programm befragt, um etwas mehr über die musikalische Orchesterarbeit im Vorfeld zu erfahren. Viel Vergnügen!

Welcher Satz oder welches Werk sticht aus diesem Programm hervor und warum?
Beide Werke sind absolut gleichrangig hinsichtlich jeglicher Relevanz, eben wahre Meisterwerke – passend zum (rheinisch-sächsischen) Festkonzert! Bezüglich »signifikantem Satz« denke ich, ist es der Kopfsatz der »Rheinischen«. Es ist wie bei »Die Moldau«: man befindet sich musikalisch sofort im Wasser – dort bei kleinsten »bömischen Wellen«, hier bei den »Rheinischen Flusswogen«.

Welche Instrumentengruppe wird besonders gefordert?
Es handelt sich bei beiden Sinfonien um farbenprächtige Werke mit viel individueller Ausdruckskraft der einzelnen, kommunizierenden Instrumentengruppen und herrlichen, wie anspruchsvollen Soli: da ist das ganze Orchester gefordert! Am Exponiertesten sind aber die Hörner: bei Mendelssohn verwenden die Musiker Naturhörner und bei Schumann Ventilhörner – entsprechend der jeweiligen Entstehungszeiten bzw. Kompositionen. Der Instrumentenwechsel innerhalb eines Konzertes allein ist bereits eine echte Herausforderung für die MusikerInnen und zudem handelt es sich bei beiden Werken um Sinfonien mit »viel Hornklang« – da gibt es viel zu tun ...

Auf was freuen Sie sich persönlich am Konzerttag am meisten?
Es ist ein wahrlich besonderer Konzert-Abend: wir feiern musikalisch 20 Jahre CVG, 30 Jahre darf ich in Bad Elster musikalisch den Ton angeben und seit 40 Jahren bin ich als Dirigent tätig – begonnen habe ich bereits mit 15 Jahren. Wir verabschieden die sehr verdienten Kulturraum-Konventsvorsitzenden, die Landräte Dr. Scheurer (Landkreis Zwickau) und Keil (Vogtlandkreis) und eröffnen das traditionellste Volksfest Bad Elster, das nunmehr 110. Brunnenfest. Das insgesamt ist für mich ergreifend wie erbauend: Ich bin für alles und allen, die uns und auch mich persönlich – gerade auch in herausfordernden Zeiten nicht nur begleitet, sondern auch unterstützt haben, von der Familie über die tollen KollegInnen, verlässlichen Partnern aus Politik,Wirtschaft und Gesellschaft, großzügigen Sponsoren und vor allem unser großartiges Publikum – sehr dankbar!

Welcher Komponist des heutigen Programms liegt Ihnen am nächsten?
Das ist bei der Auswahl eine Frage, die ich nicht beantworten kann – und möchte, da ich beide aufgrund ihrer jeweils eigenen Kunst besonders verehre. Zum einen das musikalisch-kompositorische Wunderkind, der Top-Dirigent, Musik-Marketingprofi Mendelssohn und zum anderen Schumann, der Denker mit Tiefgang, Romantiker, der Geniale ...

Wenn nicht in Bad Elster, wo würden Sie dieses Programm gern einmal aufführen?
Beide Sinfonien gehören auf alle Podien der Welt! Aber die »Rheinische« des Sachsen Schumann gerade im Rheinland zu dirigieren, um damit auch dort die hohe Qualität Sächsischer Musikkultur zu präsentieren – was mir im Laufe meiner mittlerweile 40jährigen Dirigentenkarriere des öfteren vergönnt war – ist immer eine besondere Erfüllung!

Herr Merz, wir danken Ihnen für dieses Probeninterview!