Probe & Musik!

Ein kurzes Probengespräch mit Frauenkirchenkantor Matthias Grünert

veröffentlicht am 23. März 2018 16:14 Uhr

Bad Elster/CVG. Im Zuge der 14. Chursächsischen Mozartwochen und der derzeitigen Proben kurz vor dem Symphoniekonzert »Krönungsmesse Frauenkirche« am Samstag, den 24. März im König Albert Theater haben wir den Dirigenten und Frauenkirchenkantor, Herrn Matthias Grünert, ganz kurz zum Programm befragt, um etwas mehr über die musikalische Orchesterarbeit im Vorfeld zu erfahren. Viel Vergnügen!

Was ist die schönste Stelle des Konzertes?
Für mich ganz ohne Zweifel der Augenblick, in dem ich mich dem Publikum zuwenden und in Musik erfüllte Augen blicken darf!

Was ist die größte Herausforderung des Programms?
Die Stimmung! Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die gute Stimmung der Musiker und des Publikums bringt schon allein die Musik mit sich. Wir musizieren auf der Stimmtonhöhe 430 Hz, also fast einen halben Halbton neben der heute üblichen Orchesterstimmung. Das bringt für die beiden Tasteninstrumente, vor allem für die Truhenorgel kleine Problemchen mit sich, und das ganz besonders, wenn die Raumtemperatur während des Konzertes steigt: die Pfeifenwände der Orgel dehnen sich aus und durch das geringere Raumvolumen in der Orgelpfeife steigt der Ton – umgekehrt beim Cembalo, wenn dort sich die Saiten ein wenig vergrößern und tiefer schwingen: also es gilt, vor dem Konzert die Orgel etwas tiefer zu stimmen, und dann, wenn sie im zweiten Teil zum Einsatz kommt, sollte sie die richtige Stimmtonhöhe erreicht haben, während das Cembalo dann nicht mehr verwendet wird …

Warum der Titel »Krönungsmesse Frauenkirche«?
Traditionsgemäß stellt der Sonntag vor Ostern – Palmarum – das kleine Osterfest im Kirchenjahreskreis dar – und die Krönungsmesse war nach Vermutung von Musikwissenschaftlern für das Osterfest am Salzburger Dom vorgesehen. was also liegt näher, dieses beinahe österliche Werk nicht an diesem Sonntag in der Frauenkirche zu musizieren? Und da die Chursachsen ein gern gesehenes Ensemble in der Frauenkirche sind, muszieren wir vor der Dresdner Aufführung dieses Werk in Bad Elster!

Welches Werk möchten Sie unbedingt auch zukünftig aufführen?
In der Tat haben wir alle Messvertonungen und Oratorien von Haydn und Mozart, alle chorsinfonischen Werke von Bach und Mendelssohn und viele viele Kantaten des 18. Jahrhunderts aufgeführt. Alle! Immer wieder und immer wieder! Aber im Ernst: Einige Werke von Händel konnten wir wunderschön musizieren, vom Oratorium »Jephtha« erinnert daran auch einen CD-Mitschnitt aus dem Jahr 2008, aber wir sollten uns tatsächlich wieder mehr der Musik von Meister Händel annehmen!

Welche Partitur liegt zur Zeit in Ihrem Arbeitszimmer?
Da liegen gerade einige Partituren für die kommenden Wochen parat: Bachs Matthäuspassion, Bachs Osteroratorium, John Rutters Gloria. allesamt Werke, die der Kammerchor, das Ensemble Frauenkirche Dresden, der Chor der Frauenkirche in den nächsten vier Wochen zur Aufführung bringen werden.

Herr Grünert, wir danken Ihnen für dieses Probeninterview!